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  #1  
Alt 22.09.2004, 12:50
Benutzerbild von OrcaDesign
elitäre Pappnase
 
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geplante GEZ-Gebühren auf Internet


Zitat eines Bekannten: "ARD und ZDF ist das beste Mittel gegen Einschlafstörungen." *

... und weil die das wohl auch finden und nicht verstehen können, wie man ohne ihre Programme auskommt - und deshalb ihre Programme schon seit einiger Zeit in's Netz einspeisen, sind wir Deutschen wohl mal wieder die Dummen: http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie...,319161,00.html
-> "PC-Nutzer mit Online-Zugang müssen vom 1. Januar 2007 an die volle Rundfunkgebühr bezahlen, selbst wenn sie weder einen Fernseher noch ein Radio haben"
(und sicher wird man bis dahin auch keine datenschutzrechtlichen Probleme mehr darin sehen, die Provider dazu zu verpflichten, ihre Daten doch gleich der GEZ weiterzugeben, nicht? Könnte ja schließlich ne Terrorgefahr davon ausgehen *zyn*)
Zumindest dürfte das auf der Welt einzigartig sein: Rundfunkgebühren für Internetzugänge.

Mal ehrlich, da frag ich mich immer mehr, wer sich einen solchen Dünnes einfallen lässt, warum man sich überhaupt noch eine solche Blösse geben muß und nicht gleich dieser ganze Verwaltungsapparat (die GEZ) abschafft, eine allgemeine Pflichtgebühr für alle beschließt, anstatt sich immer mehr hirnrissige Einnahmequellen einfallen zu lassen (seit wann ist das Internet eine Sache des Rundfunks? Und warum soll man als Deutscher die Bereitstellung eines Programms in einem Medium bezahlen müssen, welches vor allem Bürger im Ausland versorgen soll - die nebenbei denn keine Gebühren dafür bezahlen)... was als allgemeine Abgabe sogar doch noch recht einfach zu begründen wäre, mit dem Staatsauftrag der Informations-Grundversorgung - wo es doch eh schon in Deutschland zum offiziell festgelegten Existenzminimum gehört, einen Fernseher zu besitzen (wenn ich mich recht erinnere, hat man als Sozialhilfeempfänger sogar einen Anspruch darauf, einen gestellt zu bekommen?).
... ah verdammt, stimmt, dann hätte man ja nichts mehr zu tun und könnte nicht mal so hopplahopp sich neue Geldquellen einfallen lassen, geschweige denn aberhunderten eine Beschäftigungstherapie geben (wie Briefe versenden an diejenigen, die eh schon gemeldet sind *klong* - ich weiß, man könnt ja noch mehr gebührenpflichtige Radios und Fernseher haben, zum Beispiel eines am Arbeitsplatz).
Ist ja nicht so, daß mehr als ein Drittel der eingenommenen Gebühren in diesem Verwaltungsapparat verschwindet - das will schließlich erhalten bleiben, sichert so einigen bestimmt lukrative Einkommen (vermutlich u.a. denen, die solche Entscheidungen mitzutragen haben).

Was ich allerdings bedenklich an dieser Entscheidung finde... und wo man schon mutmassen kann, wie weltfremd... oder geldgeil... da so manche Entscheidungsträger ihre Entschlüsse fassen: den Betrieb möchte ich mal sehen, der es sich dann noch leisten kann, in Deutschland seine PCs mit Internetzugang auszustatten...!
... ja, solche Maßnahmen sind es, die Deutschland im internationalen Wettbewerb der Betriebsstandorte doch ungemein fördern ...
Genauso öffentliche Einrichtungen, für die ja in der Gebührenordnung bislang auch keine Ausnahmen gemacht wurden: ich möchte nicht wissen, was allein an der FH, die ich besuche, an Abgaben denn fällig werden würde - weil irgendwie hängt da ja jeder Rechner am INet... aber ok, dann verdoppelt man halt die Studiengebühren, dann passt das schon wieder .

Begründet wird dieser Anspruch sicherlich aber mal wieder mit dem berühmten "aber man könnte ja schauen" - weil ja per Stream verschiedene Rundfunkprogramme öffentlicher Sender eingespeist werden (... ungefragt). Nur: wo ist denn bitte hier die Rechtfertigung, die eine solche Zahlung begründet?
Also die eine, die bei der Rundfunkgebühr schon immer herhalten musste, nämlich daß die Gebühr ja auch zum Unterhalt der Infrastruktur (terrestrische Sender, etc.) verwendet wird: für die Infrastruktur meines Internetzugangs zahle ich bereits an DSL-Grundgebühr und an Zugangskosten beim Provider, damit haben die Rundfunkmacher nu irgendwie überhaupt nichts zu tun - und die andere, das Programm selber: daß im Netz verschiedene Rundfunkprogramme angeboten werden, davon habe ich zwar schonmal gehört... aber dafür gehe ich bestimmt nicht in's Netz, was will ich denn bitte mit der Magerquarkqualität ?!
Mal ganz abgesehen davon, daß ich "nebenbei" eigentlich auch noch surfen (können) wollte - und den Internetuser, der sich per Handpumpe (Modemzugang) Rundfunksender reinzieht, den möchte ich mal erleben... den würde diese Zwangsabgabe aber genauso treffen. Weil er könnte ja. Wenn er nicht so wenig Bandbreite zur Verfügung hätte?!

Überhaupt bliebe die Frage über, was unter einem solchen PC mit Internetzugang verstanden wird: Flatrate? Standleitung? Auch der Gelegenheitseinwähler mit 10 Min-Online Zeit am Tag? Gar derjenige, der eigentlich nur einen INet-Zugang hat, um zuhause seine eMails abholen zu können? Oder für unterwegs der mit Schleppi, der sich hin und wieder in's Netz einwählt, um eben Mails abzurufen (am besten noch mit 9600baud über GSM)?
Und: X-Box und PS2 auch? Sind ja schließlich auch Rechner mit der Möglichkeit eines INet-Zugangs...

Was ist also ein Rechner mit INet-Zugang, ab wann ist dieser gebührenpflichtig? Nach bisheriger GEZ-Logik galt ja selbst der Besitz eines kaputten Fernsehers als Bereithalten von Rundfunkempfängern, was zur Folge hat, daß man selbst dann Gebühren zahlen muß . Begründung: man könnte ihn ja reparieren lassen).
Anekdote am Rande: ja, selbst Aldi muß GEZ-Gebühren abführen, dafür daß sie Fernseher verkaufen - weil auch wenn diese verpackt sind, nirgends Steckdosen und Anschlüsse für die Antenne vorhanden sind, es keine Vorführgeräte gibt, liegt es ja im Bereich des Möglichen, daß sie ein Vorführgerät aufbauen und so an den wertvollen Programmen der öffentlich-rechtlichen teilhaben.

Deshalb unterstelle ich "denen" jetzt einfach mal, daß nach dieser Logik schlicht alle Computer, gleichermassen ob nun mit Modem oder Netzwerkkarte oder nicht, gebührenpflichtig im Sinne der GEZ werden. Denn so ein Modem ist schließlich fix an den USB-Port gesteckt, Call-by-call-Anbieter gibt es massenweise - und Telefonanschluß hat inzwischen vermutlich jeder zuhause. Und wer keinen Anschluß hat, dem unterstellt man halt fix mal die Möglichkeit, seinen Rechner ja auch über ein Handy an's Internet koppeln zu können. Möglich ist es ja.
Und kaputte Rechner? He, was fragst Du noch, die sowieso - denn die könnte man ja reparieren lassen.

Mein Gott, was freu ich mich schon jetzt auf die vielen neuen, lustigen GEZ-Storys ...
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Lars
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  #2  
Alt 22.09.2004, 12:55
Benutzerbild von Daniel Richter
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Eine Gebühr finde ich absolut lächerlich.
Ich hoffe nicht, dass sowas durchkommt.

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Daniel Richter
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  #3  
Alt 22.09.2004, 16:06
Benutzerbild von codethief
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Zitat:
Ich hoffe nicht, dass sowas durchkommt.
Ganz meine Meinung.

  #4  
Alt 22.09.2004, 16:10
Benutzerbild von Philipp Gérard
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Dann haben die aber mächtig Stress, das lässt sich doch keiner gefallen.

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  #5  
Alt 22.09.2004, 16:44
Benutzerbild von Xenon
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Beiträge: 197
1.1.2007?
Hmm, wenn alles glatt läuft bin ich bis dahin nicht mehr in Deutschland, dann können die den Staat gerne komplett ruinieren

Mir fehlt sowieso die möglichkeit einfach die Programme aus dem netz zu nehmen.
Ich höre nie Radio, sehe seltenst (praktisch nie) die öffentlich rechtlichen, und im Inet seh ich se mir schon dreimal ned an.
Gut, dass mein Fernseher eh meinen Eltern gehört, die verdienen wenigstens mehr wie ich

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Stefan Käser
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Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
Arthur Schopenhauer
  #6  
Alt 22.09.2004, 17:42
Benutzerbild von OrcaDesign
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Beiträge: 150
Zitat:
Zitat von Xenon
1.1.2007?
Hmm, wenn alles glatt läuft bin ich bis dahin nicht mehr in Deutschland, dann können die den Staat gerne komplett ruinieren
Und?
Vielleicht kommen die Herren und Damen von der GEZ ja bis dahin auch noch dahinter, daß man so eine Seite mit *.de hintendran ja an sich von der ganzen Welt aus aufrufen könnte.
Was man da erst alles einnehmen würde... ok, ich meint ja nur...

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Lars
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  #7  
Alt 23.09.2004, 20:15
Benutzerbild von Philipp Gérard
Zeitdenken
 
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Dazu: http://www.heise.de/newsticker/meldung/51403

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Philipp Gérard
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